Das hässlichste Hotel der Welt ist für viele das Ryugyong Hotel in Pjöngjang: eine 330 Meter hohe Betonpyramide mit 105 Stockwerken, 1987 begonnen und nie eröffnet, die die Zeitschrift Esquire 2008 zum „schlechtesten Gebäude in der Geschichte der Menschheit“ kürte. Das Guinness-Buch der Rekorde führt es als das höchste unbewohnte Gebäude der Welt: In fast vierzig Jahren hat es nie einen Gast beherbergt.

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Das Ryugyong Hotel: die Geschichte des Hotel of Doom

Die Baustelle startet 1987 in Pjöngjang, Nordkorea, mit einem erklärten Ziel: das größte und höchste Hotel der Welt zu bauen, mit mindestens 3.000 Zimmern und fünf drehbaren Panoramarestaurants an der Spitze der Pyramide. Der Name bedeutet „Hauptstadt der Weiden“, einer der alten Namen der Stadt.
1992, mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Wirtschaftskrise des Landes, kommen die Arbeiten zum Stillstand: Sechzehn Jahre lang bleibt die Silhouette ein Skelett aus rohem Beton ohne Fenster, sichtbar von jedem Punkt der Hauptstadt aus und jahrelang nicht auf den offiziellen Karten verzeichnet. Die internationale Presse tauft es „Hotel of Doom“, das Hotel des Unheils. 2008 nimmt eine ägyptische Gruppe die Arbeiten wieder auf und verkleidet die Struktur mit Glas und Metallpaneelen, fertiggestellt um 2011; 2018 wird die Fassade zur Trägerfläche einer gigantischen LED-Lichtshow mit über 100.000 Leuchtpunkten. Das Innere wurde aber nie fertiggestellt: kein Zimmer, kein Gast, keine Eröffnung.
Das Paradox ist perfekt: Das Gebäude, das als Symbol der Gastfreundschaft eines ganzen Landes gedacht war, ist zum weltweiten Symbol des Hotels geworden, das nicht funktioniert. Und es ist auf seine Art das genaue Gegenteil der Häuser, die wir unter den seltsamsten Hotels der Welt vorstellen: Dort weckt das ungewöhnliche Konzept Begehren, hier hat der maßlose Maßstab nur leeren Beton hervorgebracht.
Warum es so schwer ist, „das hässlichste“ zu küren
Hässlichkeit ist in der Architektur ein rutschiges Terrain. Das Ryugyong gewinnt die Ranglisten durch eine Summe objektiver Faktoren: die Geschichte des Scheiterns, der im Verhältnis zur Stadt unverhältnismäßige Maßstab, der dokumentierte Leerstand. Viele Gebäude, die bei ihrer Entstehung als scheußlich galten, hat die Zeit aber rehabilitiert: Der Tour Montparnasse in Paris bleibt bei den Parisern verhasst, während ganze brutalistische Viertel der Siebzigerjahre, unter Beifall abgerissen, heute Scharen von Verteidigern hätten. Selbst das Ryugyong mit seiner inzwischen verglasten Pyramidensilhouette hat seine Bewunderer unter den Liebhabern monumentaler Architektur.
Für dich als Hotelbetreiber ist die Lehre praktisch: Das ästhetische Urteil der Gäste ist weniger launisch als das der Kritiker, denn es bewertet nicht den Stil, sondern die Sorgfalt. Ein Gast verzeiht ein in die Jahre gekommenes Gebäude; er verzeiht nicht das Gefühl von Vernachlässigung. Und genau dort liegen die eigentlichen Fehler.
Das hässlichste Hotel Italiens? Kein Name, aber viele wiederkehrende Fehler
Für Italien gibt es zum Glück keine offizielle Rangliste der Hässlichkeit, und es ergibt keinen Sinn, ein einzelnes Haus an den Pranger zu stellen: Die „Hässlichkeit“ italienischer Hotels steckt fast nie in einem spektakulär missratenen Gebäude, sondern in einer Reihe kleiner, wiederholter und gut erkennbarer Fehler, die Gäste in ihren Bewertungen viel öfter fotografieren, als Betreiber sich vorstellen. Diese Fehler solltest du kennen.
Die Fehler, die ein Hotel vor der Zeit altern lassen
| Häufiger Fehler | Wirkung auf den Gast | Abhilfe |
|---|---|---|
| Kaltes, gleichmäßiges Licht (4000 K und mehr) | Praxisatmosphäre, unvorteilhafte Fotos | Warmes Licht mit 2700-3000 K auf mehreren Ebenen |
| Veralteter Teppichboden mit Mustern der Neunzigerjahre | Sofortiger Eindruck von alt und wenig sauber | Austausch oder Umstieg auf LVT und Teppiche |
| Unzusammenhängende Möbel aus verschiedenen Epochen | Keine Identität, Eindruck von Improvisation | Einheitliches Projekt, definiertes Farbkonzept |
| Zufällige Farben oder vergilbte Gelbtöne | Zimmer wirkt abgenutzt, auch wenn es sauber ist | Durchdachtes Farbkonzept mit 2-3 abgestimmten Tönen |
| Abgenutzte Kopfteile, abgeplatzte Laminate | Das beschädigte Detail bestimmt den Eindruck | Geplante Instandhaltung, widerstandsfähige Oberflächen |
| Bad aus den Achtzigern mit Duschkabine aus Kunststoff | Es ist das erste negative Foto der Bewertung | Bäder vor allem anderen erneuern |
Das Licht verdient den ersten Platz: Es ist der am günstigsten zu behebende Fehler und der mit der größten Wirkung. Ein gut eingerichtetes Zimmer mit kaltem Licht aus einer zentralen Deckenleuchte wirkt kahl; ein schlichtes Zimmer mit geplanter Beleuchtung auf drei Ebenen, Raumlicht, Leselicht, Akzentlicht, wirkt gepflegt. Dasselbe gilt für die Farben: Farbtöne, die ohne Konzept gewählt oder nie aufgefrischt wurden, vermitteln Abnutzung selbst auf Oberflächen in einwandfreiem Zustand, wie wir im Leitfaden zu den Farben von Hotelzimmern erklären.
Der Fall Teppichboden
Kein Material spaltet so sehr wie Teppichboden: perfekt für Akustik und Gehkomfort, wird er zum Symbol des alten Hotels, wenn das Muster veraltet oder die Pflege mangelhaft ist. Es geht nicht um das Material, sondern um den Umgang damit: Im Leitfaden zu Teppichen und Teppichboden im Hotel zeigen wir, wann es sich lohnt, ihn zu behalten, wann er ersetzt werden sollte und womit.
Warum manche Hotels „sofort alt wirken“
Es gibt eine heimtückischere Kategorie als das Alte: das Neue, das schlecht altert. Hotels, die vor wenigen Jahren renoviert wurden und schon veraltet wirken. Die Ursachen sind fast immer drei.
Die erste Ursache ist, der Mode des Augenblicks hinterherzulaufen. Alles in Grau, überall Taupe, tropische Tapeten: Jeder Trend fotografiert das Jahr der Renovierung, und wer eintritt, liest es in drei Sekunden ab. Hotels, die gut altern, gehen von der Identität des Ortes aus, und mit diesem Ansatz gehen wir die Planung eines Boutique-Hotels an, in dem der Charakter der des Hauses ist und nicht der aus dem Feed von jemand anderem.
Die zweite ist, an den Berührungspunkten zu sparen. Der Gast berührt wenige Flächen, Platten, Griffe, Kopfteil, Armaturen, und wenn genau dort das billigste Material gelandet ist, kommt der Verschleiß in zwei Saisons, und mit ihm der Eindruck von Vernachlässigung. Die dritte ist das Fehlen eines Erneuerungsplans. Ein Hotel altert nicht an dem Tag, an dem es alt aussieht: Es altert an jedem Tag, an dem niemand den Austausch einplant. Internationale Ketten schreiben Refurbishment-Zyklen von 7-10 Jahren für die Zimmer vor, und unabhängige Häuser, die dasselbe Tempo halten und Jahre im Voraus entscheiden, wie oft die Einrichtung erneuert wird, kommen nie an den Punkt, an dem ein Gast schreibt: „Hotel muss dringend renoviert werden“.
Die Lehre des Ryugyong für alle, die ein echtes Hotel einrichten
Das Ryugyong bleibt eine Mahnung im städtischen Maßstab, aber sein Grundfehler lässt sich im Kleinen wiederholen: das Gebäude als Monument zu denken und nicht als Maschine für Gastfreundschaft. Ein Hotel ist hässlich, wenn es gedacht ist, um den Betrachter zu beeindrucken, statt dem zu dienen, der darin wohnt.
Die Abhilfe ist im Maßstab eines italienischen Hauses mit 20 oder 50 Zimmern ein einheitliches Projekt: Bestandsaufnahme, stimmige Farben und Materialien, Möbel, die nach den realen Flächen gezeichnet und nach Contract-Standards gefertigt werden. Das ist die Arbeit, die wir als Contract-Partner leisten, indem wir ein Netzwerk ausgewählter italienischer Manufakturen mit einem einzigen Ansprechpartner vom Projekt bis zum fertigen Hotel koordinieren: Es geht nicht darum zu verblüffen, sondern darum, dass jedes Zimmer dieselbe Geschichte erzählt und sie auch in zehn Jahren noch erzählt.
Häufige Fragen
Welches ist das hässlichste Hotel Italiens?
Eine offizielle Rangliste gibt es nicht, und kein Haus verdient diesen Titel. In Italien ist die „Hässlichkeit“ eines Hotels fast immer die Summe wiederkehrender Fehler: kaltes Licht, veralteter Teppichboden, ohne Konzept angehäufte Möbel, nie erneuerte Bäder. Das sind Mängel, die sich mit einem einheitlichen Projekt beheben lassen, und deshalb wiegen sie in den Bewertungen schwerer als die Architektur des Gebäudes.
Warum wirken manche Hotels sofort alt?
Weil sie der Mode des Augenblicks hinterherlaufen, die die Renovierung exakt auf das Jahr datiert, in dem sie stattfand, und an den Berührungspunkten sparen, Platten, Griffe, Kopfteile, wo der Verschleiß zuerst sichtbar wird. Ein Hotel, das von der Identität des Ortes ausgeht und an den kritischen Stellen Contract-Oberflächen verwendet, altert viel langsamer.
Welches sind die häufigsten Einrichtungsfehler in Hotels?
Am häufigsten sind kaltes, flaches Licht, Farben ohne Farbkonzept, nie aufeinander abgestimmte Möbel aus verschiedenen Epochen, Teppichböden mit veralteten Mustern und fehlende geplante Instandhaltung bei Kopfteilen und Laminaten. Fast alle haben dieselbe Ursache: Eingriffe, die sich über Jahre ohne Gesamtkonzept angesammelt haben.
Hat das Ryugyong Hotel jemals eröffnet?
Nein. 1987 begonnen und 1992 gestoppt, wurde es zwischen 2008 und 2011 außen verkleidet und zeigt seit 2018 LED-Lichtshows auf der Fassade, aber die Innenräume wurden nie fertiggestellt. Das Guinness-Buch der Rekorde führt es als das höchste unbewohnte Gebäude der Welt: 330 Meter und 105 Stockwerke ohne einen einzigen Gast.
Wird das Ryugyong Hotel jemals eröffnen?
Nach Jahrzehnten stillstehender Baustelle wurde die Fassade fertiggestellt und dient seit 2018 als LED-Bildschirm für Lichtshows, aber das Innere hat nie einen zahlenden Gast empfangen. Ein offizielles Eröffnungsdatum gibt es nicht, und internationale Beobachter bezweifeln, dass die Haustechnik im Inneren je fertiggestellt wurde. Es bleibt das meistfotografierte Gebäude Pjöngjangs und die berühmteste Mahnung, was passiert, wenn ein Projekt Gäste und Betrieb ignoriert.



