Die Zimmernummer gehört an die Zarge auf der Drückerseite, 140 bis 160 cm über dem Boden, mit 40 bis 60 mm hohen Ziffern und starkem Kontrast zwischen Schrift und Grund. Das Leitsystem sitzt an den Entscheidungspunkten, also am Aufzugsausgang und an jeder Abzweigung, und nicht mitten in einem geraden Flur.
Die Sicherheitskennzeichnung ist eine eigene Kategorie, verpflichtend und nicht gestaltbar. Ein komplettes Set pro Zimmer kostet grob zwischen 25 und 120 Euro. Im Folgenden zwölf Prüfpunkte, die der Reihe nach abzuarbeiten sind, jeweils mit Begründung: Sie gelten für ein neues Projekt ebenso wie für ein Haus im laufenden Betrieb.
Inhalt
Die Beschilderung als Position im Leistungsverzeichnis, nicht als Rest am Baustellenende

Erster Prüfpunkt, und er kommt vor jedem Maß. In vielen Aufträgen ist das Türschild die letzten 0,5 % des Budgets und wird nach Baustellenende entschieden, ohne Zeichnung, gekauft im Baumarkt oder bei der Druckerei im Ort. Das Ergebnis arbeitet gegen alles andere: Der Gast hat keine Mittel, die Dichte eines PU-Schaums oder die Qualität eines Lacks zu beurteilen, aber perfekte Mittel, eine schiefe Nummer zu beurteilen, denn er vergleicht sie unbewusst mit der Beschilderung tausender anderer Orte.
Hat die Beschilderung keine Position mit Zeichnungen, Materialien und Mengen im Leistungsverzeichnis, ist der Prüfpunkt schon gescheitert, und die übrigen elf nützen nichts mehr. Es ist einer der Punkte, die du in der Planung abschließen solltest, solange sich die Kosten noch auf dem Papier verschieben.
Position der Nummer: an der Zarge, nicht nur auf dem Türblatt
Die richtige Position ist an der Zarge oder an der Wand auf der Drückerseite, weil sie auch lesbar bleibt, wenn das Housekeeping die Tür offen hält, und weil sie es Menschen, die tastend lesen, erlaubt heranzutreten, ohne das sich bewegende Türblatt zu riskieren.
Auf dem Türblatt funktioniert die Nummer als kleinere Wiederholung, nicht als Hauptzeichen. Über der Tür ist die schlechteste Position, außerhalb des natürlichen Blickfelds und aus der Nähe unlesbar. Die Lösung ist das Hauptschild an der Zarge auf 145 bis 155 cm und eine Wiederholung der Nummer auf dem Türblatt, wenn das Grafikkonzept es zulässt. Die Wahl wird mit Oberfläche und Beschlägen der Zimmertür abgestimmt, nicht nachträglich entschieden.
Größe und Schrift der Ziffern für das Lesen im Flur
Die Faustregel ist eine Schrifthöhe von etwa 1/200 der Leseentfernung. Im Flur wird die Nummer im Gehen aus 4 bis 6 Metern gelesen, das funktionale Minimum läge also bei 20 bis 30 mm, in der Praxis geht man aber auf 40 bis 60 mm, weil die Beleuchtung schwach ist und der Gast im Vorbeigehen liest.
| Element | Schrifthöhe | Leseentfernung | Montagehöhe |
|---|---|---|---|
| Zimmernummer an der Zarge | 40-60 mm | 4-6 m | 140-160 cm |
| Wiederholte Nummer auf dem Türblatt | 25-40 mm | 1-2 m | 150-160 cm |
| Richtungsschild im Flur | 50-80 mm | 8-15 m | 200-220 cm oder als Fahnenschild |
| Schild für Betriebsräume | 20-30 mm | 1-2 m | 145-155 cm |
| Etagennummer am Aufzug | 80-120 mm | 3-8 m | im frontalen Blickfeld |
Zur Schrift: serifenlos, mittlere oder halbfette Strichstärke, keine starke Verengung. Die Ziffern 6 und 9 müssen auch gedreht unterscheidbar bleiben, denn eine 6, die nur mit einem Klebepunkt befestigt ist und sich dreht, wird zur 9 und verursacht die Hälfte der Lesefehler im Flur.
Materialien für Schilder, die lange halten
Die Lösungen, die halten, sind gebürsteter Edelstahl oder gebürstetes Messing mit 1,5 bis 3 mm, mit lasergeschnittener Nummer oder mit Emaille gefüllter Gravur, grob 25 bis 70 Euro pro Schild, und das gravierte Schild aus HPL oder Corian, wenn Kontinuität mit der Wandverkleidung gefragt ist. Rückseitig bedrucktes Acrylglas mit 4 bis 8 mm auf Abstandhaltern kostet wenig und sieht sauber aus, verkratzt aber und vergilbt im direkten Licht.
Die LED-hinterleuchtete Version, Nummer negativ auf mattem Grund, hat die beste Lesbarkeit in schwach beleuchteten Fluren und bringt dafür eine Wartungsstelle und eine Verkabelung mit, grob 90 bis 250 Euro pro Zimmer. In Beherbergungsbetrieben nichts verloren haben Vinylaufkleber direkt auf dem Türblatt, die sich an den Rändern lösen und am Umfang Schmutz sammeln, und spritzgegossene Kunststoffschilder.
Mechanische Befestigung statt doppelseitigem Klebeband
Durchgehende Schraube oder chemisch verankerter Stift, sofern die Oberfläche es erlaubt. Einzelziffern aus Vollmetall brauchen zwei Stifte pro Ziffer und nie nur einen, denn mit einem einzigen Stift dreht sich die Ziffer, und darunter bleibt der Schatten des Klebers. Wo mechanische Befestigung ausscheidet, etwa auf einem empfindlichen Lack, nimmt man strukturelles Acrylschaum-Klebeband auf entfetteter Fläche und rechnet damit, dass sich das Schild nach 5 bis 8 Jahren löst: Das gehört in den Wartungsplan, statt es zu entdecken.
Ertastbare Nummern: Relief und Braille für die Barrierefreiheit
Die Bezugsnormen für die Barrierefreiheit sind in Italien das Gesetz 13/1989 und das DM 236/1989, und die konkrete Anwendung hängt von der Art des Eingriffs ab, sie muss also mit dem Techniker geprüft werden. Für das Bauteil Türschild gelten zwei Kriterien. Das taktile Relief verlangt Ziffern, die 1 bis 1,5 mm über dem Grund stehen, mit einer Strichstärke von mindestens 1 mm und ohne scharfe Kanten, erreichbar durch Negativgravur des Grunds oder durch aufgesetzte Ziffern.
Die Braille-Schrift steht unter der Nummer in Schwarzschrift, an einer einheitlichen Stelle auf allen Schildern des Hauses, denn wer tastend liest, sucht die Stelle immer am selben Ort. Der Bereich von 140 bis 160 cm ist der Kompromiss zwischen dem Lesen im Stehen aus der Entfernung und dem Lesen aus der Nähe durch Menschen im Rollstuhl. Die Mehrkosten für Relief und Braille liegen bei wenigen Euro pro Schild, und ihr Fehlen ist in italienischen Häusern die Regel.
Kontrast und Lesbarkeit bei der Betriebsbeleuchtung
Diese Prüfung findet im Flur bei eingeschalteter Betriebsbeleuchtung statt, nicht an einem Rendering. Das Leuchtdichteverhältnis zwischen Schrift und Grund muss hoch sein: hell auf dunkel oder dunkel auf hell, nie Grau auf Grau und nie zwei Pastelltöne nebeneinander. Eine Nummer aus gebürstetem Messing auf Nussbaumvertäfelung ist für sehbehinderte Menschen unlesbar und für alle anderen mühsam. Zweiter Punkt: Glänzende Oberflächen und Glas machen die Lesbarkeit unter einem Spot zunichte, also matte oder satinierte Oberflächen.
Ein einheitliches Nummernschema über alle Etagen
Das lesbarste Schema ist Etagennummer plus zweistellige laufende Nummer, 101, 102, 201, 202, das in jeder Sprache funktioniert. Die Entscheidungen, auf die es ankommt, sind andere. Die Nummerierung muss auf allen Etagen in dieselbe Richtung aufsteigen: Liegt im ersten Stock die 101 links vom Aufzugsausgang, muss die 201 im zweiten Stock an derselben Stelle liegen, und in Häusern, die durch mehrere Erweiterungen gewachsen sind, ist das fast nie der Fall. Gerade Nummern auf der einen und ungerade auf der anderen Seite verkürzen die Suchzeit messbar.
Aus Aberglauben übersprungene Nummern sind legitim, müssen aber in der Hotelsoftware, im Fluchtplan und in der Zimmerliste erfasst werden, sonst weiß nach Jahren niemand, ob dieses Zimmer existiert. Barrierefreie Zimmer bekommen keine besondere Nummer: Sie werden in der Hotelsoftware gekennzeichnet und, wo das Konzept es vorsieht, mit dem genormten Piktogramm. Suiten bleiben in der Zählung und unterscheiden sich durch den Verkaufsnamen, denn ein Zimmer namens „Suite Torre“ ohne Nummer ist ein Problem für Evakuierung und Wartung.
Leitsystem am Aufzugsausgang und an den Entscheidungspunkten
Das ist der wichtigste Entscheidungspunkt, und in vielen Häusern ist er leer. Es braucht ein Frontschild direkt im Blickfeld dessen, der aussteigt, mit der Etagennummer in 80 bis 120 mm hohen Ziffern und den Zimmerbereichen mit Pfeilen.
Die übrigen Entscheidungspunkte sind jede Abzweigung und jeder Richtungswechsel, an dem die Sicht unterbrochen wird, der Eingang eines angebauten Flügels und im Erdgeschoss die Hinweise auf Aufzüge, Treppen, Frühstück und Ausgang. Die Lesbarkeit der Eingangshalle hängt vom Zusammenspiel von Beschilderung und Lobbyeinrichtung ab, denn eine tadellose Stele vor einem schlecht platzierten Tresen löst nichts.
Richtungsschilder: wo sie nötig sind und wo zu viel
Eine Prüfung in umgekehrter Richtung, und sie überrascht mehr als die vorige. Ein Richtungsschild mitten in einem geraden Flur ohne Abzweigungen fügt keine Information hinzu, sondern optisches Rauschen, und wenn es als Fahnenschild montiert ist, auch noch einen Vorsprung.
Die gängigen Formate sind das Frontschild an der Wand von 200×300 bis 300×400 mm und das senkrecht abstehende Fahnenschild, entlang der Flurachse lesbar, mit der von der Decke abgehängten Variante, wo die Wand nicht verfügbar ist.
Bei beiden Fahnenvarianten sollte der Wandabstand grob auf 10 bis 12 cm begrenzt und die lichte Höhe unter dem Schild bei mindestens 210 bis 220 cm gehalten werden. Bodenbeschilderung setzt man sparsam ein, weil sie verschleißt und in einem Beherbergungsbetrieb Dringlichkeit vermittelt.
Sicherheitskennzeichnung: verpflichtend und nicht gestaltbar
Notausgänge, Fluchtwege, Feuerlöscher, Hydranten und Alarmtaster sind eine vom Leitsystem getrennte Kategorie, verpflichtend, mit Piktogrammen, Farben und Bemessungskriterien, die die technischen Normen festlegen.
Sie werden nicht umgefärbt: Das Sicherheitsgrün in Salbeigrün, weil es besser zur Palette passt, ist kein Fluchtwegschild mehr. Die Piktogramme werden nicht neu gezeichnet, die Größen nicht verkleinert, damit das Schild in den verfügbaren Platz passt, und sie werden nicht hinter einer Lamellenwand oder einer Konsole versteckt, was bei Prüfungen am häufigsten beanstandet wird.
Welche Zeichen nötig sind und wo sie hingehören, legt der zugelassene Techniker fest, der das Konzept erstellt, denn die Brandschutzvorschriften für Beherbergungsbetriebe beruhen in Italien auf dem DM vom 9. April 1994 und, ab 25 Betten, auf dem DPR 151/2011, Tätigkeit Nr. 66, der Verordnung über brandschutzpflichtige Tätigkeiten.
Gestalten lässt sich, wie die genormte Grafik montiert wird, mit Trägern und Befestigungen passend zu den Oberflächen und mit Höhen, die auf die Informationsbeschilderung abgestimmt sind. In den Zimmern muss außerdem der Fluchtwegplan aushängen: Plane dafür einen Halter ein, Rahmen oder Tasche, statt ihn mit vier Reißzwecken an das frisch lackierte Türblatt zu heften.
Betriebstüren von Zimmern unterscheiden
Zu kennzeichnen sind Etagenoffice, Wäschelager, Putzraum, Technikraum, Elektroverteiler, Lastenaufzug und Umkleiden. Zwei Regeln reichen: dieselbe Schilderfamilie wie bei den Zimmern in kleinerer Größe, so entsteht Einheitlichkeit zu vernachlässigbaren Kosten, und ein neutraler Text, „Service“ oder „Technikraum“, denn der Gast muss nicht wissen, was drin ist, sondern verstehen, dass es kein Zimmer ist. Ein praktischer Zusatz: Eine Betriebstür mit derselben Oberfläche wie die Zimmertüren und ohne Schild wird von Gästen ausprobiert, also unterscheidest du sie am besten auch beim Drücker.
Den Weg testen, bevor die Beschilderung gefertigt wird
Letzter Prüfpunkt, und er fängt alle Fehler der vorigen auf. Bevor die Fertigung beginnt, drucken wir die Schilder maßstabsgetreu auf Papier, kleben sie mit Klebeband an die vorgesehenen Stellen und lassen jemanden, der das Haus nicht kennt, den Weg vom Eingang zum Zimmer gehen, nur mit einer Nummer in der Hand.
Jedes Zögern zeigt ein fehlendes oder schlecht platziertes Schild. Das kostet einen Nachmittag und erspart eine zweite Lieferung. Letzte Zeile: Plane einen Vorrat an Schildern ein, denn Schrift und Oberflächencharge findet man nach Jahren nur schwer wieder, und im selben Angebot angefragt kostet er einen Bruchteil einer Einzelnachbestellung.
Häufige Fragen zu Beschilderung und Nummerierung der Zimmer
In welcher Höhe wird die Zimmernummer angebracht?
Zwischen 140 und 160 cm über dem Boden, an der Zarge oder an der Wand auf der Drückerseite. Diese Höhe erlaubt zugleich das Lesen im Stehen aus der Entfernung und das Ertasten aus der Nähe, auch für einen Menschen im Rollstuhl. Auf dem Türblatt kann die Nummer kleiner wiederholt werden, darf aber nicht die einzige sein, weil sie bei offener Tür verschwindet.
Was kostet die Beschilderung eines Hotels?
Ein Set pro Zimmer, Metallschild mit Relief und Braille plus Halter für Türanhänger und Fluchtplan, liegt je nach Material und Bearbeitung grob zwischen 25 und 120 Euro. Das Leitsystem pro Etage, Frontschild am Aufzug plus Richtungsschilder, liegt grob bei 150 bis 500 Euro pro Etage. Die Sicherheitskennzeichnung wird anhand des Brandschutzkonzepts beziffert.
Kann ich die Schilder für die Notausgänge in den Farben des Hotels gestalten?
Nein. Piktogramme, Sicherheitsfarben und Bemessung sind durch Vorschriften festgelegt und keine Frage des Grafikdesigns. Träger, Rahmen und Befestigung lassen sich auf die Oberflächen des Hauses abstimmen, das Schild selbst bleibt aber das genormte. Welche Zeichen nötig sind und an welchen Stellen, legt der Techniker fest, der das Brandschutzkonzept erstellt.
Wie groß müssen die Ziffern sein?
Mindestens 40 bis 50 mm hoch für sicheres Lesen aus 4 bis 6 Metern in einem Flur mit gedämpfter Beleuchtung, bis 60 mm, wo der Flur lang oder schlecht beleuchtet ist. Die Faustregel ist eine Schrifthöhe von etwa 1/200 der vorgesehenen Leseentfernung, immer aufgerundet.
Wie prüft man vor der Bestellung, ob das Leitsystem funktioniert?
Man druckt die Schilder maßstabsgetreu auf Papier, klebt sie an den vorgesehenen Stellen mit Klebeband an und lässt jemanden, der das Haus nicht kennt, den Weg vom Eingang zum Zimmer gehen, nur mit der Zimmernummer in der Hand. Jedes Zögern zeigt ein fehlendes oder falsch platziertes Schild. Das ist eine Prüfung von einem halben Tag.



