Wie hoch ein Kopfteil sein soll, lässt sich nicht pauschal beantworten, denn ein niedriges Kopfteil und eines über die ganze Wand stehen für zwei verschiedene Vorstellungen vom Zimmer. Ein praktisches Kriterium gibt es aber, und es geht davon aus, wie du das Bett nutzt. Wenn du gern an die Kissen gelehnt liest oder fernsiehst, muss das Kopfteil hoch genug reichen, um deinen Rücken zu stützen. Ist es dagegen vor allem ein dekoratives Element, entscheidest du die Höhe nach der Szene, die du hinter dem Bett aufbauen willst.
Inhalt
Wovon die Höhe abhängt
Der erste Bezugspunkt ist das fertige Bett samt Matratze. Das Kopfteil wird immer vom Boden aus gemessen, aber für den, der sich anlehnt, zählt, wie weit es über die Matratze hinausragt. Der Punkt, an dem der Rücken im Sitzen Halt findet, liegt etwa 50 bis 60 Zentimeter über der Matratzenoberfläche. Ein Kopfteil, das vorher endet, wird zur bloßen Kulisse, hübsch, aber als Stütze nutzlos.
Der zweite Bezugspunkt sind die Kissen. Im Liegen stapeln sich die Kissen am Kopfteil und verdecken seinen unteren Teil, ein zu kurzes Kopfteil verschwindet also und wirkt noch kleiner. Ein paar Zentimeter Spielraum über der Kissenlinie sorgen dafür, dass das Kopfteil auch bei zerwühltem Bett sichtbar bleibt.
Die Richtmaße
Kopfteile lassen sich in drei Gruppen einteilen, deren Höhen sich etwas überschneiden, aber eine Vorstellung von den Proportionen geben.
| Typ | Höhe ab Boden | Über der Matratze |
|---|---|---|
| Niedrig | 90-100 cm | 30-40 cm |
| Mittel | 110-125 cm | 50-60 cm |
| Hoch oder wandhoch | 130-160 cm und mehr | 70 cm und mehr |
Das niedrige Kopfteil wirkt leicht und zeitgemäß, stützt den Rücken aber wenig. Das mittlere ist das ausgewogenste und die verbreitetste Wahl, weil es den trägt, der sich anlehnt, und die Wand nicht dominiert. Das hohe Kopfteil, oder jenes, das bis zur Decke reicht, schafft eine markante Kulisse und lässt das Zimmer optisch höher wirken, muss aber auf die tatsächliche Wandhöhe abgestimmt sein, damit es nicht unproportioniert aussieht.
Das Kopfteil im Hotel
In einem Hotelzimmer erfüllt das Kopfteil zwei Aufgaben zugleich, und die Höhe berücksichtigt beide. Es schützt die Wand hinter dem Bett, die Stelle, an der die Farbe schneller verschmutzt und Spuren zeigt als irgendwo sonst, und es trägt zur Schalldämmung bei, wenn es gepolstert ist. Deshalb wählt man in Hotels meist großzügige Kopfteile, oft gepolstert und mit Stoff oder Kunstleder bezogen, mit einer Fläche, die hoch genug ist, um den am stärksten beanspruchten Wandbereich abzudecken.
Hinzu kommt die praktische Seite der Wartung. Ein abnehmbarer oder austauschbarer Bezug erlaubt es, das Kopfteil zu erneuern, ohne das ganze Bett neu zu machen, und eine Wandbefestigung statt einer Befestigung am Bettrahmen hält das Kopfteil fest und lässt den Boden darunter frei, der sich so leichter reinigen lässt. Die für die Hotellerie gedachten Ausführungen findest du auf der Seite zu den Kopfteilen für Hotels, und sie gehören immer zu einem Bett mit passenden Maßen, denn die Breite des Betts bestimmt auch die des Kopfteils.
Breite und Befestigung, nicht nur Höhe
Die Höhe ist das Maß, das auffällt, aber die Breite hält die Komposition zusammen. Ein Kopfteil so breit wie das Bett schließt die Linie präzise ab; ein breiteres, das über die Nachttische hinausgeht, weitet die Szene und lässt das Zimmer großzügiger wirken. Die Wahl hängt vom Platz an der Wand und von der Wirkung ab, die du suchst.
Bei der Befestigung kann das Kopfteil am Bettgestell eingehängt oder direkt an der Wand montiert werden. Die Wandvariante trägt hohe Kopfteile besser, die sonst eine Hebelwirkung auf den Bettrahmen ausüben würden, und erlaubt mehr Freiheit bei der Höhe ab Boden. Ist dieses Maß einmal festgelegt, fügt sich alles andere, Kissen und Bettwäsche, ohne Zwang an seinen Platz.



